Zentrale Ergebnisse mit Bezug zur vorangegangenen Schulinspektion

2. Bericht zur Inspektion der Ebelfeldschule

 

Schulbesuch: vom 16. bis 17.06.2014

Schulnummer: 3137

Inspektionsteam: Alexander Koch, Ursula Saathoff

 

 

 Die Verzahnung von Theorie und Praxis erfolgt in allen Jahrgängen überzeugend. Es wird damit ein wichtiger Baustein für guten Unterricht geschaffen. Schon zum ersten Inspektionszeitpunkt zeichnete sich die Arbeit der Schule durch einen stark handlungsorientierten Unterricht aus.

Der zwischenmenschliche Umgang innerhalb und außerhalb des Unterrichts ist unter allen schulischen Gruppen von einem angemessenen Maß an persönlicher Wertschätzung und kooperativem Miteinander geprägt.

Möglichkeiten zur Partizipation und Mitgestaltung für die Schülerinnen und Schüler werden in geeigneter Weise genutzt. Das Schulprogramm bietet in der gegenwärtigen Form teilweise eine Grundlage für die Steuerung der aktuellen Entwicklungsprojekte. Eine Nutzung der Methoden des Projektmanagements im Rahmen der Schul- und Unterrichtsentwicklung ist ausbaubar.

Die Schule nutzt interne und externe Evaluationen, um Erreichtes zu bilanzieren und die Schulentwicklung voranzutreiben. Diese sind aber selten auf die inhaltlichen Ziele der Schulentwicklung abgestimmt und nicht ausreichend in den Qualitätskreislauf mit entsprechender (Nach)Steuerung eingebunden. Dadurch wird der Sinn der ergriffenen Maßnahmen nicht hinreichend deutlich. Bezüglich der Formulierung von Indikatoren sowie der systematischen Nutzung schulischer Leistungsdaten besteht noch Handlungsbedarf.

Im Sinne der "lernenden Schule" initiiert und steuert die Schulleitung im Wesentlichen die kontinuierliche Weiterentwicklung der Schule mit Hilfe des Schulprogramms. Kollegium, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern werden durch Einbezug in geeignete Arbeitsgruppen auf diesem Entwicklungsweg in Ansätzen mitgenommen. Entwickelte Wertevorstellungen dienen in wenigen Fällen der Weiterentwicklung, Steuerung und Orientierung des pädagogischen Handelns (z. B. basierend auf einer Erhebung werden nicht dezidiert die Ziele für die nächsten Jahre in der Schul- und Unterrichtsentwicklung mit Hilfe eines Leitbildes genannt).

Der Führungsstil der Schulleitung trägt ebenso wie die Eröffnung von Gestaltungsspielräumen und die Herbeiführung guter organisatorischer Voraussetzungen dazu bei, die Lehrkräfte zu motivieren, sich aktiv in die Unterrichtsentwicklung einzubringen.

Allerdings ist diese Arbeit noch durch Verbindlichkeiten in den Arbeitsstrukturen stärker zu flankieren (z. B. verbindliche Teamarbeit mit klaren Verantwortlichkeiten und Aufträgen, Sicherung der Ergebnisse, Kommunikation gegenüber der Schulleitung und innerhalb der Schule).

Die konzeptionelle Arbeit wird teilweise durch das Kollegium unterstützt. Eine strategische Steuerung der Personalentwicklung durch die Schulleitung ist in mittlerem Umfang wahrnehmbar und wird hinsichtlich der Gewinnung und Einarbeitung neuen Personals transparent. Jahresgespräche hingegen fehlen. Ein langfristig angelegter und an systematischem Kompetenzaufbau ausgerichteter Fortbildungsplan, der die Schul- und Unterrichtsentwicklung berücksichtigt, ist ausbaufähig.

Die Eltern sind nach wie vor überzeugend in die Gestaltung der schulischen Arbeit eingebunden. Einen maßgeblichen Beitrag zum engen Kontakt mit den Eltern leisten die regelmäßigen Gremiensitzungen und gemeinsamen Aktivitäten im Schulleben.

Individuellem Unterstützungsbedarf und heterogenen Lernvoraussetzungen wird selten mit einer binnendifferenzierenden Unterrichtsorganisation Rechnung getragen. Es gibt zwar Fortbildungen, die die Lehrkräfte darin unterstützen, aber zu Aspekten wie Diagnostik und differenzierende Förderung sind intensive Auseinandersetzung im Kollegium kaum erkennbar.

Im Handlungsfeld Unterricht konnte die Schule die im ersten Inspektionsbericht bereits festgestellten Stärken vor allem im Hinblick auf einen gut strukturierten Unterricht sowie durch einen festen Ordnungsrahmen gesicherten Verlauf der Lernprozesse ausbauen.

Vor allem während Projektarbeiten und Phasen des selbstständigen Lernens eröffnen Lehrkräfte ihren Schülerinnen und Schülern Wahlmöglichkeiten, bei der Bearbeitung von Aufgaben an ihren individuellen Lernständen anzuknüpfen. In diesem Zusammenhang wird auch der Umgang miteinander und die Fähigkeit zur Zusammenarbeit durch kooperative Lernformen gut gefördert. Eine stärkere Fokussierung auf diese Punkte im Regelunterricht ist optimierbar.

Schwächen zeigen sich im Rahmen der Umsetzung des Förder- und Erziehungsauftrages vor allem bei der Förderplanarbeit. Nach wie vor übernehmen Schülerinnen und Schüler zu wenig Verantwortung für ihre eigenen Lernprozesse, beispielsweise indem sie das Erreichen ihrer eigenen Lernziele reflektieren bzw. den individuellen oder kollektiven Lernfortschritt überdenken. Die positiven Praxisbeispiele werden schulweit in zu geringem Maße kommuniziert, um sie systematisch für alle verfügbar und zu einem vereinbarten Bestandteil der Unterrichtsarbeit zu machen.

Landesschulamt und Lehrkräfteakademie Dezernat III.1: Schulevaluation, Juni 2014

Aus dem Bericht der Schulinspektion

Hessisches Kultusministerium

Institut für Qualitätsentwicklung

 Zusammenfassung des Berichtes

Im Februar 2010 besuchte uns die Schulinspekteure zwei Tage lang. Sie besuchten Unterrichtssequenzen und befragten eine Auswahl aller, die zu unserer Schulgemeinde gehören. Im Mai 2010 wurde das erfreuliche Ergebnis dann dem Kollegium vorgestellt:

Unsere Stärken

Ein anregendes und von allen Beteiligten als angenehm empfundenes Schul- und Unterrichtsklima unterstützt eine erfolgreiche Gestaltung der Schule als Lern- und Lebensraum sowie die Zusammenarbeit mit Eltern.

Zahlreiche Evaluationen und Bilanzierungen ermöglichen eine effiziente Arbeit an den Entwicklungsschwerpunkten und am Schulprogramm.

Schulleitung und Kollegium arbeiten eng und partnerschaftlich zusammen bei der Umsetzung verbindlicher Vorgaben und nutzen geschickt schulische Gestaltungsspielräume, insbesondere bei pädagogischen Vereinbarungen zur Lern- und Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler.

Transparenz als Grundprinzip ist deutlich erkennbar. Dies zeigt sich in der hervorragenden Organisation des Schulbetriebs und einer vorbildlichen Elterninformation.

Auf der Ebene des Unterrichts herrscht ebenso eine hohe Transparenz der Leistungserwartungen.

Die Anwendung altersgemäßer Rituale und der Einbezug der Erfahrungen der Kinder unterstützen den systematischen und nachhaltigen Aufbau fachlicher Kompetenzen bei den Schülerinnen und Schülern.

Der Schulgemeinde gelingt es immer wieder, nicht förderliche bauliche Gegebenheiten durch erhebliche Anstrengungen zu kompensieren.

 

Unsere Schwächen

Das Leitbild der Schule dient der Schulgemeinde nur in Ansätzen als bewusster Orientierungsrahmen für das schulische Handeln.

Den Schülerinnen und Schülern eröffnet die Schule wenige Gelegenheiten zur Verantwortungsübernahme. Dies zeigt sich einerseits auf Ebene der Schule durch fehlende Beteiligungsmöglichkeiten zur Mitarbeit in schulischen Gremien und andererseits im Unterricht, wo die Schülerinnen und Schüler nur selten durch geeignete Arrangements und Reflexionsphasen angeleitet werden, ihr Lernen eigenverantwortlich in den Blick und in die Hand zu nehmen.

Die Unterrichtsplanungen der Lehrkräfte bieten den Schülerinnen und Schülern wenig differenzierte Zugänge und kaum Gelegenheiten zum individuellen Erwerb von Kenntnissen und Kompetenzen.

 

Aus dem Bericht zur Inspektion der Ebelfeldschule in Frankfurt am Main

Institut für Qualitätsentwicklung (IQ), Februar 2010

http://www.iq.hessen.de